Vergessene Klassiker: Auf grünem Rasen

In seinem Gedicht beschreibt Max Dauthendey die sich entfaltende Kraft, wenn lebendige ­Natur und menschliches Gefühl aufeinandertreffen, verschmelzen – und einander verstehen.

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Frühsonne geht im Blauen, wie eine goldne Fee,

Will über die Schultern der Bäume schauen.

Die Schmetterlinge jagen sich über Baum und Klee,

Und Wolken lassen sich tragen

Hin über die blauen Gassen,

Wie Damen in seidenen Wagen.

Du und ich auf grünem Rasen,

Wie am Grund von einem See,

Sitzen verwunschen und weltverlassen,

Und wenn wir uns einsam umfassen,

Wissen wir Aller Freude und Weh.

Aus: Lieder der Vergänglichkeit

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Max Dauthendey wurde am 25. Juli 1867 in Würzburg geboren. Sein Vater war ein bekannter Fotograf, in dessen Atelier der junge Dauthendey von 1886 bis 1889 als Fotograf arbeitete. Später begann er ein ruheloses Wanderleben und bereiste die gesamte Welt. Bei seinem Aufenthalt in Java wurde er vom 1. Weltkrieg überrascht. Er starb an einer tropischen Krankheit am 29. August 1918 in Malang/Java.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2014

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