60 Liter Freiheit

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© Deuter

Viel mehr geht nicht! Rucksäcke mit 60 Liter Fassungsvermögen und mehr gehen an die Grenze dessen, was der durchschnittliche Wanderer noch gut bewältigen kann. Aber wer braucht so was, wann braucht man so viel Platz, und wie groß sind die Komforteinbußen? Ausgehend von dieser Fragestellung haben wir 11 Modelle „auf Touren gebracht“.

Text: Timo Dillenberger

Je mehr man mitführt, desto unabhängiger wird man. Spinnt man den Gedanken weiter, sind es erst die ganz großen Rucksäcke, die richtig Freiheit bieten. Gleichzeitig gibt es aber noch das Sprichwort, es reise sich besser mit leichtem Gepäck. Statt einer philosophischen Diskussion haben wir lieber die Bündel geschnürt und ausprobiert, was alles in unsere elf Testkandidaten hineinpasst, wie stark sich das jeweilige Gewicht auf den Trage- bzw. Wanderkomfort auswirkt und wie die Modelle bei den vier Hauptkriterien punkten:

• Fassungsvermögen,

• Tragekomfort & Eigengewicht,

• Variabilität & Zugang zum Gepäck,

• Preis/Leistung & Haltbarkeit.

Welches Modell erfüllt homogen alle Kriterien? Und welches hebt sich in einem Teilgebiet besonders stark hervor? Dazu haben wir die Produkte in zwei Tests vor echt harte Aufgaben gestellt: in einer Materialschlacht und einem Schwerlasttest. Solche „Boliden“ werden hauptsächlich zu drei Zwecken eingesetzt. Oft sieht man besonders jüngere Menschen, die weite Reisen

mit dem Zug oder dem Bus nicht mit Koffern antreten, sondern stattdessen mit solchen (Stau-)Raumwundern. Dazu werden sie meist bis ans Maximum oder darüber hinaus vollgestopft, müssen also materialtechnisch einiges verkraften. Kernkompetenz der Klasse 60 Liter aufwärts ist aber die mehrtägige Wanderung ohne oder mit wenig Anbindung an Zivilisation. Unterkunft, Verpflegung und Kleidung müssen dann auf dem Rücken mit, und das für viele Kilometer und meist etliche Tage am Stück. Zweck drei ist ähnlich, allerdings sind die Trips kürzer und weniger

spektakulär. Gruppen bzw. Familien teilen sich einen Rucksack. Das heißt: Man muss viel öfter dran, aufsetzen, absetzen, Reißverschluss auf und zu, dazu muss die „Orga“ im Gepäckfach leicht sein, ebenso das Einstellen und Verzurren nach einem Stopp.

Für die letzten beiden Einsatzbereiche haben wir ein Testset an Ausrüstung zusammengestellt, wie es so umfangreich selbst auf Packlisten für Weltreisende kaum auftauchen wird. Haben wir alles sinnvoll und bequem unterbringen können? In Test zwei mit einer mittels Sand auf 25 Kilo gepushten Rückenlast dachten wir eher an die ersten beiden Situationen, auf Reisen ist Nutzlast fast wichtiger als Tragekomfort, auf einer Trekking-Tour ist das sicher umgekehrt.

Wie ein Abguss

Je mehr man sich und seinem Rücken aufbürdet, desto essenzieller ist die Harmonie zwischen ihm und dem Material. Wie das Tragesystem des Rucksacks aufgebaut ist, seine potenziellen Stärken und Schwächen haben wir analysiert und beschrieben. Es bleibt aber der Faktor X, die Individuali-

tät. Wer auf lange Tour geht, sollte seinen potenziellen Rucksack deshalb auch mit ordentlich Gewicht ausprobieren. Allein Breite und Verlauf der Träger oder Lage der Druckpunkte an der Hüfte können hier riesige Unterschiede machen, ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. Anatomie von Rucksack und Träger müssen einfach zusammenpassen, unsere Fazits sind dementsprechend formuliert.

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 4/22 und im Shop.

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