Drahtseilakt zum Gipfeltreffen

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Aussichtsreiche Gratwanderung: Der Weg folgt dem Kamm der Nagelfluhkette. Zwischen den Gipfeln von Buralpkopf und Gündleskopf wird er richtig schmal.
© Beate Wand

Hier ist definitiv der Weg das Ziel! Fast schon paninimäßig sammeln Gratwandernde auf der Nagelfluhkette Selfies an Gipfelkreuzen ein. Umzingelt von Panorama. Bis tief ins Alpenvorland und zu den Schneebedeckten. Etwas Mut verlangt die Tour allerdings.

Text: Beate Wand

Der Rucksack zieht mich nach hinten. Die Hände klammern sich um die Sprossen. Brrr, ganz schön kalt! Doch lieber wieder zurück nach unten klettern: Erst mal die Handschuhe herauskramen. Sind schließlich 17 fast senkrechte Meter. Die Leiter überwindet den obersten Felssockel zum Gipfelkreuz des Steinebergs. Wäre doof, wenn oben die Gelenke so steifgefroren wären, dass die Finger nicht mehr richtig zugreifen könnten. Eigentlich scheint ja die Sonne. Sie zerfetzt die Wolken allmählich, die sich wie zu einem kuscheligen Daunenbett plustern und die Allgäuer Täler um Immenstadt zudecken. Doch die nackte Steinwand liegt schon lange im Schatten.

Der Steineberg reiht sich in der Nagelfluhkette zwischen Mittag und Stuiben. Auf den Mittag gondeln Zweiersessel. Ab der Mittelstation tauchen die entgegenkommenden wie von Geisterhand aus dem Nebel auf, die Sonne leuchtet darüber seltsam fahl als Spot durch die graue Suppe. Kurz vor der Bergstation öffnet sich dann plötzlich blauer Himmel über uns, Farben und Geräusche hauchen der Szenerie wieder Leben ein. Welch spektakulärer Auftakt zu unserer dreitägigen Hüttentour!

Zweiter Versuch

Es ist schon der zweite Anlauf, den wir nehmen: Kurz bevor wir im Jahr zuvor aufbrechen wollten, schneite es heftig. Selbst die niedrigsten Passagen auf der Höhenwanderung knacken noch die 1.500 Meter. Da bleiben die Temperaturen im Herbst frostig. Sehr wahrscheinlich, dass Schnee und Eis irgendeine der kniffligen Stellen unpassierbar gemacht und uns zum Umkehren gezwungen hätten. Wegen Corona und der begrenzten Zahl an Betten auf den Hütten sollten Übernachtende aber unbedingt vorab reservieren. Das macht spontanes Umplanen unmöglich. Zwar schaffen gut Trainierte den Abschnitt zwischen den beiden Bergstationen von Mittagbahn und Hochgratbahn bei Oberstaufen-Steibis (beziehungsweise dem knapp unter- halb gelegenen Staufner Haus) auch an einem Tag. Doch was, wenn erst gegen Ende der kräftezehrenden Etappe ein vereistes abschüssiges Stück das Weitergehen zu gefährlich macht?

Den kompletten Artikel finden Sie in Ausgabe 5/22 und im Shop.

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