Fränkisches Weinland: Wo Wald und Wein sich küssen

Für den Weg über den Schwanberg zwischen Castell und Iphofen ­brauchen Wanderer kaum Proviant. Denn Mutter Natur hat reich gedeckt: Nicht nur­ ­Trauben, auch Pflaumen, Nüsse, Quitten, Beeren, Äpfel und Birnen. Sie fallen einem zwar nicht direkt in den Mund, doch immerhin vor die Füße.

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Fränkisches Herz: Der Schwanberg in Unter­franken erhebt sich 474 Meter über den Meeresspiegel. © Beate Wand

Text: Beate Wand

Die Äste beugen sich weit herunter. Unzählige Äpfel erschweren ihnen den Kampf gegen die Erdanziehung. Die wohlig warme, frühherbstliche Sonne lässt ihre Bäckchen noch mehr erröten. Vögel frohlocken oben um die Wette. Unten summen Bienen geschäftig zwischen dem Fallobst hin und her. Süßlicher, leicht vergorener Duft steigt in die Nase. Auf dem Schwanberg am Westrand des Steigerwalds scheinen Früchte besonders gut zu gedeihen. So schwärmt mir meine Freundin Sylka beim Telefonieren im Laufe eines Jahres vor, dass sie sich gerade fast ausschließlich von Kirschen, Himbeeren oder Birnen ernährt. Vielleicht liegt es an der Obhut durch das Kloster hier. Oder doch eher am güns­tigen Klima im Schutz des Spessarts. Bei einem meiner Abstiege nach einem Besuch bin ich auch schon von strahlendem Sonnenschein in wabernde Wolkensuppe hineingelaufen. Solch umgekehrte Wetterlagen, bei denen es oben wärmer ist als unten, erlebt man hier öfter.

Im Schlaraffenland

Meine Freundin zog es vor ein paar Jahren in dieses unterfränkische Paradies­gärtlein. „Auf dem Berg“ – wie sie zu sagen pflegt – gibt es neben einem Schloss mit Schloss­park, der Ordenskirche Sankt ­Michael, dem Ordenshaus des evangelischen Frauen­ordens Communität Casteller Ring sowie ein paar Nebengebäuden jede Menge Wald. Die Pelzkappe, wie die Winzer in der Gegend hier zu sagen pflegen. Dort, wo die Hänge etwas abflachen, lichtet sie sich und gibt den Blick frei auf das, was sie vor Wind und Kälte beschützt: Rebenreihen überziehen Nischen und Nasen des Schwanbergs fein säuberlich mit grafischen Mustern. Elegant gleiten sie in die vorgelagerte Ebene hinein, in der die fränkischen Weinbauorte Castell, Großlangheim, Iphofen, Rödelsee und Wiesenbronn den Tafelberg umringen.

Wir wollen ihn überqueren! Von Castell nach Iphofen. Eine Ost-West-Begehung. Vermutlich jedoch nicht die Erste, denn wir folgen überwiegend dem geschwungenen S, das die Langstrecke Steigerwald-Panoramaweg weist (Infokasten Seite 63). Sylka sitzt auf einer alten, von Moosen und Flechten bewachsenen Steinbank und studiert die Karte. Im Gras verteilen sich flache Steingräber mit gusseisernen Platten. Sie tragen das Wappen der Familie zu Castell. Der gräfliche Friedhof liegt recht unscheinbar am Ortsende, schräg gegenüber der Terrassenlaube des Weinstalls. Hinter Sylkas Rücken ziehen sich ein paar Rebenreihen zum Waldrand hinauf. Rechts überragt ein beinahe baumhohes Steinkreuz die Stille.

Den kompletten Text inklusive aller Fotos, der Tourenbeschreibung sowie der Tourenkarte zum sammeln und nachwandern erhalten Sie in Heft 5/2012 von wanderlust.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 05 / 2012

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