Sauerland: Die wohl längste Galerie der Welt

WaldSkulpturenWeg – Was jahrhundertelang getrennt war, wächst durch die Kunst ein Stück zusammen. Der Rothaarkamm inmitten der Regionen Wittgenstein und Sauerland trennte Staaten, Religionen und Sprachen. Zehn Künstler verbildlichen an den 23 Kilometern ihre Gedanken dazu in riesigen Werken und spielen dabei mit der Natur.

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Bischöfliche Insignie: Siebeneinhalb Meter misst die Krummstab-Skulptur von Heinrich Brummack am Weg von Schmallenberg nach Bad Belebung. © Beate Wand

Text & Fotos: Beate Wand

Irgendetwas tönt durch die Luft. Es ist schwierig einzuordnen. Ein Surren? Nein, eher ein Brummen. Ein Segelflugzeug? Am Himmel ist nichts zu sehen. Vorne nur das satte Grün des spitz zulaufenden Tals hinter dem Kloster in Grafschaft, einem Ortsteil von Schmallenberg im Sauerland. Wie es sich für den südwestfälischen Landstrich gehört, grasen ein paar Kühe auf der zu den Fischteichen abfallenden Wiese. Mit kreisendem Kiefer zermalmen sie Gras, doch das klingt anders. Das dumpfe Geräusch wird mit jedem Schritt in das langgestreckte Tal heller und kräftiger. Es hebt sich vom tirilierenden Abendgesang der Vögel und dem Gesumme der Insekten ab. In der Spitzkehre am Talende schwillt der Ton noch stärker an. Das Geheimnis lüftet sich, als wenig später links oberhalb des Weges sieben schlanke Röhren zum blauen Himmel streben. An dem scheint jetzt eine Propellermaschine zu tuckern, dazwischen hört man ab und an brodelnde Laute.

Die kreisförmig, unauffällig an einem Waldhang aufgestellten Kupfer-Stahl-Stelen der Klangskulptur „Über den Teichen“ von ­Andreas Oldörp entsenden nach dem Prinzip von Orgelpfeifen Schallwellen ins Tal. Der Wind macht also die Musik. Dieser schwebende Klangteppich ist eines der elf harmonisch in die Natur eingefügten Werke entlang des „Wald­SkulpturenWegs“. Auf 23 Kilometern verbindet er Bad Berleburg im Wittgensteinischen mit Schmallenberg.

Wo zwei Welten aufeinanderprallen

Der Rothaarkamm trennt beide Orte seit Jahrhunderten. Nicht nur geografisch. Er scheidet auch Territorien, Glaube, Sprache und Kultur. Kurkölsches Sauerland nördlich, Fürstentum Wittgenstein südlich des Höhenzugs. Auf der einen Seite streng katholisch, auf der anderen calvinistisch-reformiert. Bis heute findet kaum Austausch über den Kamm statt. Dass jemand aus Bad Berleburg in Schmallenberg arbeitet oder umgekehrt, ist eher die Ausnahme. So reifte Ende der 1990er die Idee von einem Holzskulpturenpark in Bad Berleburg zum anspruchsvollen Projekt eines Waldskulpturenwegs heran, der die Regionen ein Stück zusammenführen und den Tourismus beflügeln sollte. Dr. Uwe Rüth, Direktor des Skulpturenmuseums Glaskasten in Marl, durchdachte die künstlerische Gestaltung: Er wählte die Standorte am Weg aus, stellte sich vor, was das Kunstwerk dem Wanderer dort vermitteln sollte, und stellte die Kontakte zu den Künstlern her, deren Arbeitsweise er für geeignet hielt, seine Visionen umzusetzen. Und Andreas Oldörp bekam ein ganzes Tal.

Den kompletten Text inklusive aller Fotos, der Tourenbeschreibung sowie der Tourenkarte zum sammeln und nachwandern erhalten Sie in Heft 5/2012 von wanderlust.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 05 / 2012

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