Verträumt schön

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Der Donaudurchbruch am Oberlauf der Donau zwischen Fridingen und Sigmaringen ist einer der landschaftlichen Höhepunkte des Südrand-Wegs.
© Annika Müller

Nicht nur im Herbst, wenn die Alb ihr buntes Blätterkleid trägt, ist das schwäbische Mittelgebirge für Wanderer ein ästhetischer Hochgenuss. Auf dem Südrand-Weg, der von Donauwörth bis Tuttlingen führt, erlebt man romantische Wälder, steile Felsen und hübsche „Dörfle“.

Text: Annika Müller

Man meint, mitten in einem Märchen der Gebrüder Grimm gelandet zu sein: Der Karstsee Blautopf leuchtet in einem unglaublich kräftigen Farbton – changierend von Grün über Türkis zu Blau. Umrahmt wird er von rötlichem, goldenem und gelbem Herbstlaub. An seinem Ufer klappert eine Fachwerkmühle seit Jahrhunderten immer im gleichen Rhythmus. Man kann sich durchaus vorstellen, dass hier einst der goldene Ball einer Prinzessin auf den Grund gesunken ist.

Tatsächlich hat der Blautopf seine eigene Sagengestalt: die Wassernixe „schöne Lau“. Der schwäbische Dichter Eduard Mörike, der sich von Wanderungen auf der Alb ein Leben lang inspirieren ließ, schrieb im Märchen vom „Stuttgarter Hutzelmännlein“ die Geschichte der armen, verbannten Nixe, die nur tote Kinder gebären konnte. Im Blautopf sollte sie so lange bleiben, bis sie fünfmal gelacht habe. In Stein gemeißelt steht sie noch immer traurig blickend am Ufer.

Höhlensysteme unter Wasser und der „Mörikedom“

Keine Frage, der Blautopf bei Blaubeuren, den der Südrand-Weg auf seiner sechsten Etappe passiert, ist in seiner Mystik unübertroffen. Auf seinem Grund sprudelt eine Karstquelle. Daraus speist sich das Flüsschen Blau, das sich im Lauf der Jahrtausende das gleichnamige Tal geschaffen hat und im Ulmer Fischerviertel in die Donau fließt.

Die tiefen Höhlen und Gänge unter dem 21 Meter tiefen See bergen noch immer viele Geheimnisse. 1985 tauchte der Höhlentaucher Jochen Hasenmayer in einen 1.300 Meter langen Wassertunnel hinter dem Blautopf. Er konnte dabei in eine riesige Höhle auftauchen, die er „Mörikedom“ nannte. Der Dichter hatte ahnungsvoll eine Unterwasser-Höhlenwelt beschrieben, in der die „Schöne Lau“ in Sälen mit goldenen Leuchtern lebte.

Den kompletten Artikel finden Sie in Ausgabe 5/22 und im Shop.

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