Weimar: Von Goethe bis Gropius

Klassik und Bauhaus – Weimar glänzt gleich zwei Mal mit Welterbe. Es verteilt sich auf 14 Denkmäler, von denen Ideen und Kunstwerke ihre Reise in die Welt antraten. Doch gerade die weniger bekannten Anekdoten aus der kleinen Residenzstadt in der Mitte Europas amüsieren beim Stadtwandern die Gemüter.

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Gute Nachbarschaft: Die Freunde Goethe und Schiller stehen vor dem Deutschen National­theater nebeneinander. Auch in der Fürstengruft ruhen ihre Sarkophage Seite an Seite.
© Beate Wand

Die dicken Balken knarzen. Der Rucksack auf meinem Rücken passt so eben zwischen den Wänden die Stiege hinauf. In der einstigen Dienstwohnung des Türmers angekommen, steht Claudia Wießner vor dem Südfenster und schwärmt, dies sei der einzige Platz, von dem man über Weimar schauen könne. Der behelmte Schlossturm und die Spitze der Herderkirche ragen aus dem Dächermeer in die umgebende Hügellandschaft. An anderen Tagen trinkt die blonde Chefin des Hotels Amalienhof mit ihren Gästen hier oben Punsch bei einem Stück Blechkuchen. Der Küster plaudert derweil aus dem Nähkästchen – oder besser: aus der Sakristei der Jakobskirche, dem ältes­ten Gotteshaus der Stadt. Und zwar so, „als ob jeden Moment die Kutsche um die Ecke käme“, beschreibt es Claudia Wießner.

Am 19. Oktober 1806 stiegen nämlich Goethe und Christiane Vulpius hier aus der Droschke. Um sich nach 18 Jahren „wilder Ehe“ und fünf geborenen Kindern zu vermählen. In aller Stille. Nur Sohn August als Trauzeuge, der Pfarrer und Goethes Sekretär waren dabei. Mit diesem offiziellen Bekenntnis bedankte sich der umtriebige Dichter bei „seiner guten Kleinen“.

Heimliche Heirat

Wenige Tage zuvor hatte Christiane ihn couragiert vor napoleonischen Soldaten gerettet, die nach einer siegreichen Schlacht sämtliche Häuser in Weimar plünderten und Goethe angriffen. Christiane warf die Eindringlinge jedoch lautstark hinaus. In der Kirche versorgte man die verwundeten Soldaten, daher wurden die beiden in der Sakristei „copulieret“. So steht es dort an der Wand, auf einem Faksimiledruck vom Eintrag im Traubuch der Weimarer Hofkirche.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2012

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